„Improving Mental Health Care Through Mechanistic Research and Robust Evidence Synthesis“
Symposiumsbericht vom Deutschen Psychotherapiekongress 2026

Beim 5. Deutschen Psychotherapiekongress in Berlin war die DGPs-Interessengruppe META-SYN mit dem Symposium „Improving Mental Health Care Through Mechanistic Research and Robust Evidence Synthesis“ vertreten. Unter dem Vorsitz von Dr. Matthias Pillny und Prof. Dr. Sarah Schäfer präsentierten die Beiträge aktuelle Entwicklungen in der meta-analytischen Psychotherapieforschung und zeigten, wie systematische Reviews, innovative Meta-Analysen und offene Forschungsinfrastrukturen dazu beitragen können, Forschungsbefunde in transparente, kumulative und praxisrelevante Evidenz zu überführen.
Den Auftakt machte Dr. Matthias Pillny mit einer kürzlich in Psychological Bulletin publizierten transdiagnostischen Meta-Analyse zu Effort-Based Decision Making in Psychopathologie. Die Befunde verdeutlichten, dass motivationales Entscheidungsverhalten über diagnostische Grenzen hinweg verändert sein kann, zugleich aber störungsspezifische Muster und Mechanismen sichtbar werden, die wichtige Implikationen für zielgerichtete Therapieansätze bieten. Link zur Publikation ↗
Im zweiten Beitrag stellte Clara Fenja Burmeister das LaKiJu META-Projekt zu multidimensionalen Langzeiteffekten von Psychotherapie bei Kindern und Jugendlichen vor. Im Fokus standen das geplante systematische Review mit Meta-Analyse, der Aufbau einer FAIR-konformen Open-Access-Datenbank sowie die partizipative Einbindung von Kindern und Jugendlichen mit Psychotherapieerfahrung, Sorgeberechtigten und Kliniker*innen in die Priorisierung relevanter Outcomes und die Entwicklung zielgruppenspezifischer Disseminationsstrategien. Link zum Protokoll ↗
Anschließend präsentierte Svenja Mrugalla mit ResiMETA eine offene, FAIR-konforme Metadateninfrastruktur des Leibniz-Instituts für Resilienzforschung für verlaufsbasierte Resilienzforschung. Der Beitrag zeigte, wie heterogene Längsschnittstudien zu psychischen Anpassungsverläufen nach Stressorbelastung systematisch harmonisiert, qualitätsbewertet und für robuste Evidenzsynthesen nutzbar gemacht werden können.
Abschließend präsentierte Lea Schumacher eine Meta-Analyse von Single-Case- bzw. N-of-1-Studien zur Depressionsbehandlung. Solche Studien ermöglichen besonders differenzierte Aussagen über intraindividuelle Therapieeffekte und die Heterogenität personenspezifischer Behandlungseffekte. Die Analyse zeigte insgesamt substanzielle Effekte psychotherapeutischer Depressionsbehandlungen, zugleich aber auch deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Fällen.
Insgesamt machte das Symposium deutlich, wie breit, methodisch innovativ und versorgungsrelevant meta-analytische Psychotherapieforschung derzeit aufgestellt ist. Zugleich unterstrich es das zentrale Anliegen von META-SYN, Forschende zu vernetzen, methodologische Expertise sichtbar zu machen und offene, lebendige Forschungsinfrastrukturen für eine kumulativ lernende klinisch-psychologische Wissenschaft zu fördern.
